Ein Routinier kehrt an die Spitze zurück. Guy Parmelin, Wirtschaftsminister und Winzer aus dem Kanton Waadt, wird am 1. Januar 2026 zum zweiten Mal das höchste Amt der Schweiz übernehmen. Seine Wahl vom 10. Dezember 2025 mit 203 Stimmen ist ein deutliches Votum – und wirft gleichzeitig Fragen auf, was diese zweite Amtszeit für die Schweizer Politik bedeutet.

Gewählt am: 10. Dezember 2025 ·
Stimmen: 203 von 246 ·
Partei: UDC ·
Amtsbeginn: 1. Januar 2026 ·
Amtsdauer: 1 Jahr ·
Vorgänger: Karin Keller-Sutter

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Wer 2027 Bundespräsident wird, ist noch offen
  • Ob Parmelin nach der Amtszeit erneut kandidiert, ist ungewiss
3Zeitleisten-Signal
  • Wahl: 10. Dezember 2025
  • Amtsantritt: 1. Januar 2026
  • Amtsende: 31. Dezember 2026
4Wie es weitergeht
  • Dezember 2026: Wahl des Bundespräsidenten für 2027
  • Parmelin führt weiter das WBF

Sechs zentrale Fakten auf einen Blick – sie zeigen das Profil des neuen Bundespräsidenten und die institutionellen Rahmenbedingungen.

Merkmal Wert
Designierter Bundespräsident Guy Parmelin
Partei UDC
Wahldatum 10. Dezember 2025
Stimmen 203
Amtsantritt 1. Januar 2026
Vizepräsident Ignazio Cassis

Wer wird 2026 Bundespräsident?

Guy Parmelin: der designierte Bundespräsident

Die Wahl vom 10. Dezember 2025

  • Die Wahl fand in der Wintersession der Vereinigten Bundesversammlung statt (Schweizer Parlament – Archiv Wahlen im Rückblick).
  • Parmelin erzielte mit 203 Stimmen ein Rekordresultat des Jahrtausends – bei seiner ersten Wahl 2021 erhielt er 188 Stimmen (Schweizer Parlament – Medienmitteilung).
  • Er folgt auf Karin Keller-Sutter, die das Amt 2025 innehatte (Eidg. Departement WBF – offizielle Mitteilung).
  • Das Amt übernimmt er am 1. Januar 2026 (Bundesrat der Schweiz – offizielle Biografie).
Das Paradox

Parmelin, der als «ewig unterschätzt» galt, erzielte das höchste Wahlergebnis eines Bundespräsidenten seit der Jahrtausendwende. Die Botschaft der Versammlung: Vertrauen in den Kontinuitätskandidaten.

Die 203 Stimmen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Karriere, die auf Loyalität und Verlässlichkeit setzt – Eigenschaften, die in der Konkordanzdemokratie besonders geschätzt werden.

Wer wird 2026 Vizepräsident der Eidgenossenschaft?

Ignazio Cassis als Vizepräsident

Die Rolle des Vizepräsidenten

  • Der Vizepräsident übernimmt die Leitung der Bundesratssitzungen, wenn der Präsident verhindert ist.
  • Er fungiert als Stellvertreter ohne eigene erweiterte Kompetenzen – ein Ausdruck des Kollegialprinzips (Wikipedia – Lemma Bundespräsident (Schweiz)).
  • Die Wahl erfolgt ebenfalls durch die Vereinigte Bundesversammlung in der Dezember-Session (Schweizer Parlament – Archiv Wahlen im Rückblick).

Mit Cassis als Vizepräsident ist die Sprach- und Parteienbalance gewahrt – ein Tessiner FDP-Mann ergänzt den welschen SVP-Präsidenten, wie es die ungeschriebenen Regeln der Schweizer Politik vorsehen.

Wie lange dauert die Amtszeit des Schweizer Bundespräsidenten?

Einjährige Amtszeit

Rotation unter den Bundesräten

  • Das Amt rotiert de facto unter den sieben Bundesräten nach dem Dienstalter.
  • Theoretisch ist eine Wiederwahl nach einer Unterbrechung möglich, aber in der Praxis selten.
  • Die kurze Amtszeit unterstreicht das Prinzip des primus inter pares – der Bundespräsident ist Erster unter Gleichen (Wikipedia – Lemma Bundespräsident (Schweiz)).
Der Trade-off

Die Ein-Jahres-Amtszeit verhindert Machtkonzentration, schafft aber auch einen ständigen Wechsel. Für Aussenstehende wirkt das System schwer durchschaubar – für die Schweiz ist es das Fundament der Stabilität.

Parmelin hat genau zwölf Monate, um seine Agenda zu setzen – mehr Zeit steht keinem Bundespräsidenten zur Verfügung, und das ist auch so gewollt.

Welcher Partei gehört der Schweizer Bundespräsident an?

Parteizugehörigkeit des aktuellen Präsidenten

  • Guy Parmelin gehört der Schweizerischen Volkspartei (SVP) an, der nationalkonservativen Kraft mit dem höchsten Wähleranteil (Deutschlandfunk – Nachrichtenredaktion).
  • Er ist der vierte SVP-Bundespräsident nach Christoph Blocher (nicht gewählt), Ueli Maurer und Guy Parmelin selbst 2021.

Historische Verteilung der Parteien

  • In den letzten Jahren stellten verschiedene Parteien den Bundespräsidenten: SP (Simonetta Sommaruga 2020, 2023), FDP (Ignazio Cassis 2022, Karin Keller-Sutter 2025), CVP/Mitte (Viola Amherd 2024) und SVP (Parmelin 2021, 2026).
  • Diese Verteilung folgt der Konkordanzformel – das Prinzip, dass alle grossen Parteien im Bundesrat vertreten sind und das Präsidium rotiert.

Die Parteizugehörigkeit des Bundespräsidenten ist weniger ein politisches Statement als ein Ausdruck der institutionellen Balance. Dass ein SVP-Mann das Amt bekleidet, signalisiert Kontinuität, nicht Rechtsruck.

Wie wird der Schweizer Bundespräsident gewählt?

Wahl durch die Vereinigte Bundesversammlung

  • Die Wahl erfolgt jedes Jahr im Dezember durch die Vereinigte Bundesversammlung – das gemeinsame Gremium von National- und Ständerat (Schweizer Parlament – Archiv Wahlen im Rückblick).
  • Gewählt wird traditionell aus den Reihen der sieben Bundesräte (Wikipedia – Lemma Bundespräsident (Schweiz)).

Erforderliche Mehrheit

  • Für die Wahl ist die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich (Schweizer Parlament – Archiv Wahlen im Rückblick).
  • Bei 246 Mitgliedern der Vereinigten Bundesversammlung sind mindestens 124 Stimmen nötig.
  • Parmelin übertraf diese Hürde mit 203 Stimmen deutlich – ein Ergebnis, das weit über der absoluten Mehrheit liegt und auf breite Zustimmung hindeutet.

Ablauf der Wahl

  1. Die Session beginnt Anfang Dezember – die Wahl ist ein traditioneller Tagesordnungspunkt.
  2. Die Bundesversammlung wählt in geheimer Abstimmung; es gibt keine öffentliche Debatte vor der Wahl.
  3. Nach der Wahl folgt die Annahme durch den Gewählten, der dann am 1. Januar das Amt antritt.
Was zu beachten ist

Die Wahl ist formal ein freier Entscheid der Versammlung, doch das Anciennitätsprinzip macht sie in der Praxis zu einer Routine. Abweichungen – wie 203 statt der erwarteten 188 Stimmen – senden dennoch ein klares politisches Signal.

Der Wahlprozess ist simpel, aber wirkungsvoll. Er sichert die Rotation, ohne die Stabilität des Kollegialorgans zu gefährden.

Zeitleiste: Weg zur Bundespräsidentschaft 2026

  • 9. Dezember 2025: Wahlvorbereitung in der Bundesversammlung
  • 10. Dezember 2025: Wahl von Guy Parmelin mit 203 Stimmen (Schweizer Parlament – Medienmitteilung)
  • 1. Januar 2026: Amtsantritt als Bundespräsident (Eidg. Departement WBF – offizielle Mitteilung)
  • 31. Dezember 2026: Ende der Amtszeit
  • Dezember 2026: Wahl des Bundespräsidenten für 2027

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Guy Parmelin wird 2026 Bundespräsident
  • Ignazio Cassis wird Vizepräsident
  • Die Amtszeit dauert vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026

Was unklar ist

  • Wer wird 2027 Bundespräsident? (noch nicht gewählt)
  • Ob Parmelin nach dem Präsidialjahr erneut kandidiert? (unwahrscheinlich, aber möglich)

«Guy Parmelin (…) mit 203 von 228 abgegebenen Stimmen zum Bundespräsidenten für 2026 gewählt.»

Deutschlandfunk – Nachrichtenredaktion

«Mit 203 Stimmen gewählt – ein aussergewöhnliches Ergebnis, das die breite Unterstützung im Parlament widerspiegelt.»

Schweizer Parlament – Medienmitteilung

Guy Parmelin tritt sein Amt in einem Moment an, in dem die Schweiz vor wirtschaftlichen und aussenpolitischen Herausforderungen steht – seine zweite Amtszeit ist eine Chance, die Kontinuität zu nutzen. Für die Schweizer Politik ist die Botschaft klar: Stabilität durch Rotation, aber mit einem starken Mandat für den Routinier aus der Waadt. Oder kurz: Der Winzer aus Bursins bekommt ein weiteres Jahr, um sein Land zu führen.

Weitere Quellen

srf.ch

Häufig gestellte Fragen

Welche Aufgaben hat der Bundespräsident?

Der Bundespräsident führt den Vorsitz im Bundesrat, vertritt die Schweiz nach aussen – etwa bei Staatsbesuchen – und hat repräsentative Pflichten. Er hat keine erweiterten Vollmachten gegenüber den anderen Bundesräten (Wikipedia – Lemma Bundespräsident (Schweiz)).

Seit wann ist Guy Parmelin im Bundesrat?

Guy Parmelin ist seit dem 1. Januar 2016 Mitglied des Bundesrates und steht dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) vor (Bundesrat der Schweiz – offizielle Biografie).

Wie viele Stimmen braucht man, um Bundespräsident zu werden?

Die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen in der Vereinigten Bundesversammlung ist erforderlich. Bei 246 Mitgliedern sind mindestens 124 Stimmen nötig (Schweizer Parlament – Archiv Wahlen im Rückblick).

Was passiert, wenn der Bundespräsident zurücktritt?

Der Vizepräsident übernimmt die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines neuen Präsidenten. Die Vereinigte Bundesversammlung würde ausserordentlich zusammentreten, um einen Nachfolger zu bestimmen (Wikipedia – Lemma Bundespräsident (Schweiz)).

Gibt es eine Begrenzung der Amtszeit für den Bundespräsidenten?

Eine Wiederwahl im direkt auf die Amtszeit folgenden Jahr ist ausgeschlossen – das Anciennitätsprinzip verhindert dies. Nach einer Unterbrechung ist eine erneute Wahl möglich, aber unüblich (Schweizer Parlament – Archiv Wahlen im Rückblick).

Wer sind die bisherigen Bundespräsidenten der Schweiz?

Eine vollständige Liste findet sich auf Wikipedia (Stichwort: «Liste der Bundespräsidenten der Schweiz»). Zu den jüngsten gehören Karin Keller-Sutter (2025), Viola Amherd (2024), Alain Berset (2023) und Ignazio Cassis (2022).

Welche Rolle spielt der Bundespräsident im Vergleich zum Bundesrat?

Der Bundespräsident ist primus inter pares – Erster unter Gleichen. Er leitet die Sitzungen, hat aber kein Vetorecht und keine Weisungsbefugnis gegenüber den anderen Bundesräten. Entscheidungen trifft der Gesamtbundesrat im Kollegialprinzip (Wikipedia – Lemma Bundespräsident (Schweiz)).

Wer war der Bundespräsident im Jahr 2025?

Karin Keller-Sutter (FDP) war 2025 Bundespräsidentin. Sie amtierte vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025 (Eidg. Departement WBF – offizielle Mitteilung).

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